Nicht wenige hielten seine Pläne für Science-Fiction und ihn für einen Fantasten. Doch seine Erfindungen retteten Jerusalem und ließen sogar den Negev erblühen.
Das unbekannte Genie...
Das unbekannte Genie...
Simcha Blass wurde 1897 in Warschau, der Hauptstadt Polens, in eine Familie geboren, deren Reichtum aus den ihr gehörenden Gütern und Wäldern stammte und die von einer Dynastie Gerer chassidischer Rebbes abstammte. Er selbst war ein Nachfahre des Wilnaer Gaons in sechster Generation und wuchs auf einem Gut seines Großvaters auf, wo er bei Privatlehrern Tora lernte. Die Wanduhren, die im Haus seines Großvaters gleichzeitig schlugen, regten seinen Geist an und ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. So begann er im Alter von 17 Jahren am polnischen Polytechnikum Technik zu studieren. In technischen und mathematischen Fächern war er hervorragend, und schon damals sagte man ihm eine große Zukunft voraus. Als er das wehrpflichtige Alter erreichte, musste er sein Studium unterbrechen. Doch schon während seines Militärdienstes machte er seine erste Erfindung auf dem Gebiet der Luftmeteorologie, die dazu beitrug, die Rote Armee zurückzuschlagen. Nach dem Ende seines Militärdienstes kehrte er auf die Schulbank zurück.
Von der Rede zur Pflanzmaschine
In einer Rede aus dem Jahr 1918 wollte der Bundführer Wladimir Dawidowitsch Medem hervorheben, wie lächerlich die zionistische Idee sei. Er behauptete, dass 25 Jahre später (also 1943) nicht mehr als eine Million Juden in Palästina leben würden, da das Land nicht genug Nahrung für mehr Menschen hervorbringen könne. Im selben Jahr werde es hingegen weltweit 25 Millionen Juden geben. Daher lohne es sich nicht, Anstrengungen für 4 % aller Juden zu unternehmen; man solle sich vielmehr auf die jüdische Mehrheit konzentrieren, die außerhalb Palästinas bleiben werde. Der Bund war eine antizionistische Organisation, die sich gegen die Ansiedlung von Juden in Palästina wandte, sich aber für gleiche Rechte der Juden in ihren Geburtsländern einsetzte. Der glühende Zionist Simcha Blass saß im Saal und lauschte Medems Rede. Sofort überlegte er, wie sich der Ertrag des Bodens steigern und dadurch die Zahl der Juden im Land erhöhen ließe. Damals beschäftigte sich seine Abschlussarbeit mit der Herstellung eines mit Spiritus betriebenen Motors. Nach dieser Rede beschloss er jedoch, das Thema seiner Arbeit zu ändern und sich der Steigerung des Bodenertrags zu widmen. Er entdeckte, dass man in China, dessen Bevölkerung riesig ist, Weizen nicht aussät, sondern pflanzt. Daraufhin begann er, eine Maschine zum Pflanzen von Weizen und Gerste zu entwickeln - diese Maschine reichte er als Abschlussarbeit ein. So schloss Simcha Blass sein Studium mit Auszeichnung ab und wurde zum Maschinenbauingenieur ausgebildet.
In Berlin, wo er nach seinem Studium lebte, traf er David Ben-Gurion, der als Vertreter der Histadrut dorthin gekommen war. Blass stellte ihm seine Pflanzmaschine vor. Als er sah, wie begeistert Ben-Gurion von der Idee war, ließ er die Maschine eilig in rund zwanzig Ländern patentieren. Die Maschine erregte großes Interesse und gewann den ersten Preis, als sie in Italien ausgestellt wurde.
Von der Pflanzmaschine zum Wasser
1927 wanderte Simcha nach Palästina aus und ließ sich im Kibbuz Degania Bet nieder. Nach zahlreichen Versuchen mit der Pflanzmaschine brachte der Boden 600 Kilogramm Gerste pro Dunam hervor, statt 150 Kilogramm. Zunächst dachte Blass, die Hürde sei genommen, mehr Juden nach Palästina zu bringen. Dann aber stellte er fest, dass zwei noch größere Probleme vor ihm lagen. Das erste war die geringe Zahl der Menschen, die die Maschine bedienen konnten; das zweite war der Transport des Wassers zu den Feldern, der bis dahin mit Fässern auf von Eseln gezogenen Wagen erfolgte. So beschloss er, seinen »Beitrag« zum Wachstum der jüdischen Bevölkerung im Land aufzuschieben und sich mit Nachdruck der Lösung des Problems der Feldbewässerung zu widmen.
Die Gelegenheit ergab sich, als der nahe gelegene Kibbuz Beit Zera ein Budget für den Bau einer Bewässerungsanlage mit Wasser aus dem Jordan erhielt. Der Plan, den die Ingenieure der Siedlungsabteilung vorgelegt hatten, war teurer und weniger effizient als der von Simcha Blass vorgeschlagene, und er erhielt den Auftrag, die Bewässerungsanlage zu bauen. Degania Bet schloss sich Beit Zera an, und so nahm Simchas Bewässerungsanlage den Betrieb auf. Sie lieferte 2.000 Kubikmeter Wasser pro Stunde statt 300 Kubikmeter: »Von Bewässerung verstand ich überhaupt nichts. In Degania Bet, wo ich eine Zeit lang war, bewässerte man allerdings kleine Flächen. Mit Eisenrohren machte ich mich vertraut, als wir die Wasseranlage für die beiden Deganias bauten ... Zwar hatte ich einen Kurs in Geodäsie (Landvermessung) absolviert und in Degania die Messlatte gehalten. Doch nachdem ich mit dem Vermesser über die Position des Theodoliten gestritten hatte, um die größtmögliche Genauigkeit zu erreichen (die Theorie der Genauigkeit kannte ich), verlangte der Vermesser nach einem anderen Arbeiter.« So schrieb er später. Diese kurze Erfahrung mit der Wasserleitung sollte seine Zukunft bestimmen ...
Ein Jahr nach seiner Einwanderung kehrte er nach Deutschland zurück, weil man sich für seine Pflanzmaschine interessierte. Zwar hatte die Erfindung in Deutschland keinen Erfolg, doch er machte Fortschritte bei der Lösung des Problems, dass es in Palästina zu wenige Menschen gab. Während seines Aufenthalts dort heiratete er Jehudit, die Schwester von Elijahu Dobkin, einem der Gründer des Israel-Museums.
1930 kehrte er nach Israel zurück. Auf einer seiner Zugfahrten nach Haifa setzte sich sein alter Freund Levi Shkolnik (später Levi Eschkol, Ministerpräsident Israels) neben Simcha Blass. Shkolnik kannte ihn aus Degania Bet und erinnerte sich daran, wie Simcha das Wasserproblem seines Kibbuzes gelöst hatte. Er fragte ihn: »Na, du bist doch ganz verrückt nach Wasser. Vielleicht findest du einen Weg, Wasser ins westliche Tal zu bringen?« Blass antwortete, man könne das Wasser des Na'aman, das südlich von Akko ins Meer fließt, zu den Kibbuzim und Moschawim im Tal leiten, in denen die Bohrungen erfolglos geblieben waren. Er fügte hinzu: »Gib mir Geld, und wir bringen Wasser ins Tal ...« Etwa ein Jahr später rief Levi Shkolnik Simcha Blass an und sagte zu ihm: »Du hast einmal gesagt, du würdest Wasser ins Tal bringen, wenn Geld da wäre. Gib mir ein Memorandum zu deinem Plan.« Blass machte sich mit großem Eifer an die Arbeit und legte einen Plan vor, fünf Millionen Kubikmeter Süßwasser aus Bohrungen in der Gegend von Kfar Chassidim zu fördern und in die Jesreelebene zu leiten.
So wurde im Februar 1937 das Unternehmen Mekorot gegründet. Sein erster Direktor war Levi Eschkol (Shkolnik), sein Sekretär Pinchas Sapir (später Finanzminister) und sein Chefingenieur Simcha Blass. Mekorots erstes Projekt war die »Kischon-Anlage«, die im Oktober 1938 eingeweiht wurde. Damit begann das Projekt, Wasser zu den Ortschaften in der Jesreelebene zu leiten.
Der Negev, die Rohre und Jerusalem
Am 1. Januar 1947 begann sich seine Vision zu erfüllen, das Gesicht des Negev zu verändern, jener dünn besiedelten Region. An diesem Tag begann man, Wasserleitungen zu verlegen, deren Gesamtlänge 220 Kilometer betrug und die von einem einzigen Punkt im Kibbuz Nir-Am im Negev ausgingen. Bereits acht Jahre zuvor, im Juli 1939, hatte Simcha einen Plan für die Wasserleitung in den Negev vorgelegt, der als »Plan zur Besiedlung der Wüstengebiete Palästinas durch Wasserzufuhr aus den Flüssen« bekannt wurde. Im Kern sah der Plan vor, die unbewohnten Gebiete des Negev zu besiedeln, indem Wasser aus Flüssen im Norden des Landes (dem Hula-Gebiet) und aus Flüssen im Zentrum (dem Jarkon) herangeführt würde. Der Plan wurde aufgegeben. Doch im Oktober 1946, nachdem elf Siedlungen im Negev gegründet worden waren, wurde er wieder benötigt und Simcha gebeten, rasch einen aktualisierten Plan vorzulegen. Diesmal schlug Simcha einen neuen, einfacheren und billigeren Plan vor. Er entdeckte, dass es in der Gegend von Nir-Am reichlich Wasser gab. Mit einigen Bohrungen konnte man es erreichen und durch Hunderte Kilometer Rohre mit einem Durchmesser von sechs Zoll leiten, die unter außergewöhnlichen Umständen ins Land gelangt und bereits verfügbar waren. »Hilfe und Rettung kamen für uns von den Straßen Londons, wo Hunderte Kilometer Rohre demontiert und zum Verkauf angeboten wurden. Während der deutschen Luftangriffe auf London hatten sie zum Löschen von Bränden gedient. Zvi Schariv von der Firma Nir, der nach London gereist war, fragte mich hin und wieder, ob er sie kaufen solle. ›Kauf so viele, wie du kannst‹, sagte ich zu ihm. Und er kaufte sie ... Tatsächlich hatten die Rohre zuvor in London Brände gelöscht - nun entzündeten sie ein großes Licht, und durch sie floss das erste Wasser in den Negev.« Das Wasser wurde sowohl den jüdischen als auch den beduinischen Ortschaften geliefert. Im Gegenzug bewachten die Beduinen die Leitung (einer der Scheichs ließ sogar ein Gebäude über dem Ventil errichten und sicherte sich so die Kontrolle und Aufsicht über den Wasserverbrauch seiner Stammesangehörigen).
Im April 1947 begann das Wasser durch die Rohre zu fließen. Am 30. April erreichte es den Kibbuz Schoval, und fünf Tage später Mischmar haNegev. Der Dichter Natan Alterman schrieb in seiner Kolumne »Die siebte Spalte« in der Zeitung Davar über »das nach Süden fließende Wasser« und ein »Konzert für ein Rohr«. In den letzten beiden Strophen seines Gedichts äußerte Alterman seine Meinung über die Bedeutung der Leitung: »Oft stritten sich Weiser und Tor: Wer macht Geschichte? Wer hat den Vorzug? Einer verkündet: Die Kabinette machen sie! Ein anderer singt: Die Bürokratie! Ein dritter behauptet: Das Kapital! Einer sagt: Der Präsident! Einer sagt: Der Senator! Gewiss, doch vielleicht wird sich am Ende noch zeigen, dass jener sie gemacht hat, der Klempner, der ein Rohr mit einem Hahn in die Wüste leitete.«
Ein Mitglied des Untersuchungsausschusses der Vereinten Nationen (UNSCOP) sagte nach einem Besuch im Negev im Sommer 1947 zu seinem israelischen Begleiter: »Diese Wasserleitung wird euch den Negev geben.«
Simcha Blass beschäftigte sich nicht nur mit der Planung von Wasseranlagen, sondern beriet auch die Vereinten Nationen im Herbst 1947 bei ihren Beratungen über die Zukunft des Staates Israel. Dabei nahm Blass Einfluss auf die Grenzziehung im Hinblick auf den künftigen Bewässerungsbedarf. Simcha Blass war kein einfacher Mensch. Bei jenen Beratungen in der UNO, als Mosche Scharet seine Meinung nicht annahm, »setzte er ihn mit seinem ganzen Gewicht unter Druck«, wie Blass selbst berichtet (er war auch von kräftiger Statur). In den Beratungen erhob er die Stimme und machte jeden nieder, der ihm widersprach. Der Titel seines Buches »Wasserstreit und Tat« deutet auf die vielen Auseinandersetzungen hin, in die er im Laufe seiner Karriere verwickelt war. In dem Buch »schmeichelte« er seinen Gegnern; als er es fertig geschrieben hatte, hatte er jedoch das Gefühl, vielleicht zu weit gegangen zu sein, und hielt es für angebracht, am Anfang folgende Anmerkung hinzuzufügen: »Wenn ich irgendwo ›Ignorant‹ schreibe, meine ich damit keineswegs, Gott bewahre, dass der Betreffende allgemein unwissend wäre, sondern nur, dass er von der Sache, um die es mir geht, nichts versteht. Zum Beispiel: Kartes war in Wasserfragen ein Ignorant.« Als der Staat gegründet wurde und der Unabhängigkeitskrieg ausbrach, war es erneut Blass, der sich dafür einsetzte, die künftige Hauptstadt des Landes vor dem Untergang zu bewahren.
Im März 1948 kappte die Arabische Legion die Wasserleitung nach Jerusalem. Es war klar: Wenn nicht rasch eine Lösung gefunden würde, wären die Wasserzisternen binnen weniger Wochen leer und die Stadt würde fallen. Auch diesmal kam Simcha mit einem originellen Plan zur Lösung des Problems. Seine Idee war, Latrun zu umgehen und das Wasser vom Kibbuz Hulda entlang der Burma-Straße zur Wasserstation am Scha'ar haGai zu leiten, die mit Jerusalem verbunden war. Ben-Gurion genehmigte die Operation und gab ihr den Namen »Operation Schiloach« (nach dem Schiloach-Tunnel, den König Hiskija während einer Belagerung bauen ließ). Einen Monat lang arbeiteten 250 Arbeiter mit Hochdruck, und gegen Ende Juli erreichte das Wasser Jerusalem. Die Stadt wurde im letzten Moment gerettet. Diese Wasserleitung blieb bis in die 1950er-Jahre in Betrieb. Kurz vor der Unabhängigkeitserklärung beschäftigte sich Simcha Blass mit der Herstellung von Waffen, darunter dem PIAT, einem Panzerabwehrwerfer. Aus einem dieser Werfer wurde das Geschoss abgefeuert, das den syrischen Panzer traf, der bis heute am Eingang des Kibbuz Degania steht, in dem Blass sich nach seiner Ankunft im Land niedergelassen hatte.
Wasservisionen und Tröpfchenbewässerung
Simcha Blass hatte auch Pläne, die selbst heute noch fantastisch anmuten. Einer davon sah ein System aus Tunneln und Kanälen vor, durch das Wasser von der Küste bei Akko in einen künstlichen See nördlich des Sees Genezareth fließen sollte. Von dort sollte es in den See Genezareth geleitet und dieser in einen Salzsee verwandelt werden, was das Tote Meer vor dem Austrocknen bewahren sollte. Er schlug vor, den Höhenunterschied zwischen dem Mittelmeer und dem See Genezareth zu nutzen, um acht Kraftwerke zu errichten: »Die Umleitung des Jordanwassers nördlich des Sees Genezareth sowie das Auffangen der Hochwasser, die in ihn abfließen, werden zwangsläufig die Größe des Sees beeinflussen«, erklärte er in seinem Plan. »Unter der Annahme, dass die Verdunstung im See 500-400 Millionen Kubikmeter pro Jahr beträgt ... könnte dies mit der Zeit jedoch zu einer Verkleinerung des Sees Genezareth führen. Noch stärker würde sich das Fehlen von Wasser im Jordan auf das Tote Meer auswirken, und soweit das Wasser des Ostjordanlands genutzt würde ... könnte die Verkleinerung des Sees Genezareth und des Toten Meeres zweifellos das Klima des ohnehin schon rauen Jordantals beeinträchtigen. Würde jedoch Wasser aus dem Mittelmeer ins Jordantal geleitet, blieben der See Genezareth und das Tote Meer in ihrer heutigen Größe erhalten.« Zur Umsetzung des Plans wären auch »Grenzkorrekturen« nötig gewesen. Dazu gehörte der Litani tief im Libanon: »In das Anlagensystem würden die Quellen des oberen Jordan mit seinen drei wichtigsten Flüssen (Dan, Banias und Chasbani) sowie das Hochwasser des Hula, des Jarmuk und ein Teil des Litaniwassers einbezogen.« Die Idee lag den führenden Politikern bereits 1944, noch vor der Staatsgründung, vor. Schon 1919 hatte Ben-Gurion vorgeschlagen, das israelische Gebiet auch auf den libanesischen Litani auszudehnen, unter der Annahme, dass es keinen arabisch-jüdischen Konflikt gäbe. In der Geschichte gibt es keinen Präzedenzfall dafür, dass Staaten einem anderen Staat Gebiet und Wasserressourcen überlassen.
Der Platz reicht nicht aus, um all die Ämter zu beschreiben, die Simcha Blass innehatte. Neben dem bisher Erzählten war er auch Wasserberater des Ministerpräsidenten, Leiter der Wasserabteilung im Landwirtschaftsministerium sowie Gründer und erster Generaldirektor des Unternehmens »Wasserplanung für Israel« (Tahal).
Simchas nächste Erfindung veränderte die Landwirtschaft und brachte mehreren Kibbuzim Wohlstand. Man erzählt, dass Simcha eines Tages in Chadera bei Abraham Lobzowski zu Gast war, einem Angehörigen der zweiten Einwanderungswelle. Dieser prahlte damit, einen Baum zu besitzen, der »ohne Wasser« wuchs. Simcha beeindruckte jedoch mehr, dass der Baum größer war als seine Artgenossen. So entdeckte er einen Riss in einem Rohr, das neben dem Baum verlief, durch den Wasser direkt auf den Boden am Stamm tropfte. Als er nach Hause zurückkehrte, begann er gemeinsam mit seinem Sohn Jeschajahu ein Bewässerungssystem zu entwickeln, das nach dem Prinzip der Tröpfchenbewässerung funktionierte. 1959 ließen sie es patentieren und machten sich auf die Suche nach einem Partner, um das System zu vermarkten. Uri Werber, der Schatzmeister des Kibbuz Chazerim, hörte von dem System und erkannte, dass es sich für die Kibbuzim im Negev eignete, die unter den schwierigen Bedingungen von Wassermangel und salzhaltigen Böden um eine Zukunft in der Landwirtschaft kämpften. An einem glühend heißen Sommertag trafen sich Simcha und sein Sohn in Ein Gedi mit Dan Banyahu (Benis). Sie schlugen ihm vor, Gemüse mit dem System zu bewässern und zu düngen, und führten einen erfolgreichen Versuch auf anderthalb Dunam Tomatenfeldern durch, der hervorragende Ergebnisse brachte. 1965 gründete Simcha Blass zusammen mit dem Kibbuz Chazerim das Unternehmen Netafim. Blass hielt 20 % des Unternehmens, der Kibbuz den Rest. Später schlossen sich weitere Kibbuzim an, darunter auch Kibbuzim in der Arava. Mit dieser Methode stieg der Ertrag um etwa 70 %, während der Wasserverbrauch um etwa 50 % sank. Heute nutzen Millionen von Landwirten weltweit die Systeme von Netafim, einem führenden Unternehmen der Branche. Das Unternehmen ist in rund 110 Ländern tätig, beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von fast einer Milliarde Dollar.
Trotz seines enormen Beitrags zur Wasserwirtschaft und Landwirtschaft im Land und weltweit wussten nur wenige, wer er war. Simcha Blass starb 1982 im Alter von 84 Jahren und wurde auf dem Friedhof Nachalat Jitzchak beigesetzt. Er hinterließ drei Söhne (Jitzchak, Jeschajahu und Chaim) und Enkelkinder. Die Straße neben dem Hauptsitz von Mekorot in Tel Aviv trägt seinen Namen.






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