Die schmerzhafte und erstaunliche Geschichte von Frederick lässt sich mit einem einzigen Beitrag nicht angemessen erzählen. Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Beitrag dazu anregen kann, sein Buch und seinen Lebensweg ausführlich zu lesen.

Geboren in die Sklaverei in Maryland

Frederick wurde zur Zeit der Sklaverei in den Vereinigten Staaten geboren. Ein Sklave galt damals als eine Art Arbeitstier (nur etwas teurer), und entsprechend wurde er behandelt. Sklaven konnte man vermieten oder verkaufen und einen widerspenstigen Sklaven abrichten. Genau wie bei Tieren passte man auf sie auf, damit sie überlebten, und sorgte für ihre Vermehrung, um die Herde zu vergrößern. Eine der Methoden, mit denen die Plantagenbesitzer die Zahl der Sklaven vermehrten, war die Vergewaltigung der Sklavinnen, und ja - so seltsam es auch klingen mag: Auch ihre eigenen Kinder wurden als Sklaven geboren. So wurde Frederick geboren. Da es nicht wirklich wichtig war, wann ein Kalb zur Welt kam, ist auch Fredericks genaues Geburtsdatum unbekannt. Man schätzt, dass er im Februar 1818 im Talbot County im Bundesstaat Maryland zur Welt kam. Seine Mutter war Harriet Bailey, eine Sklavin, die von ihrem Herrn, Captain Aaron Anthony, vergewaltigt worden war.

Seine Lebensgeschichte erzählte er in seinem Buch „Ein amerikanischer Sklave“, das 161 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung auf Hebräisch erschien. Über seine Geburt schreibt er: „So wird ein Mensch zum Tier!“

„Ich wurde in Tuckahoe geboren, in der Nähe von Hillsboro, etwa zwölf Meilen von Easton im Talbot County, Maryland. Ich weiß nicht genau, wie alt ich bin, denn ich habe nie irgendein verlässliches Dokument gesehen, in dem mein Alter verzeichnet wäre. Tatsächlich wissen die meisten Sklaven nicht mehr über ihr Alter als Pferde ... Meine Mutter hieß Harriet Bailey. Sie war die Tochter von Isaac und Betsy Bailey, beide Farbige und ziemlich dunkel ... Es ging das Gerücht, mein Herr sei mein Vater, doch ich weiß nicht, ob das stimmt, denn mir wurde darüber nichts mitgeteilt. Meine Mutter und ich wurden getrennt, als ich noch ein Säugling war, bevor ich wusste, dass sie meine Mutter war. In diesem Teil Marylands ist es üblich, kleine Kinder von ihren Müttern zu trennen. Oft wird die Mutter, noch bevor das Kind zwölf Monate alt ist, zur Arbeit auf einer ziemlich weit entfernten Farm vermietet, und der Sohn wird der Obhut einer alten Frau anvertraut, die für die Feldarbeit zu alt ist ... Wir tauschten nur wenige Worte miteinander, und bald nahm der Tod auch dieses Wenige, ebenso wie ihr Leid und ihre Qualen. Sie starb, als ich etwa sieben Jahre alt war ...“

Über seinen Vater und Herrn schreibt er:

„Eine abscheuliche Tatsache, die die Sklavenhalter durch Gesetze festgelegt und geregelt hatten, war, dass sich der Status der Kinder einer Sklavin nach dem Status ihrer Mutter richtete. Diese Regelung diente natürlich dazu, die eigenen Begierden der Sklavenhalter zu befriedigen und dafür zu sorgen, dass die Erfüllung ihrer niederträchtigen Wünsche zugleich Vergnügen und Gewinn brachte. Denn in nicht wenigen Fällen ermöglicht diese heimtückische Regelung dem Sklavenhalter, seinen Sklaven zugleich als Herr und als Vater gegenüberzutreten.“

„Ich kenne solche Fälle. Man muss dazu sagen, dass diese Sklaven ein schwereres Leben haben und größeren Schwierigkeiten gegenüberstehen als andere Sklaven. Erstens sind sie eine ständige Beleidigung für ihre Herrin. Sie wird immer geneigt sein, an ihnen etwas auszusetzen, ... und erst zufrieden sein, wenn sie sieht, wie sie unter der Peitsche stöhnen, besonders wenn sie vermutet, dass ihr Mann seinen eigenen mulattischen Kindern mehr Zuneigung entgegenbringt als seinen schwarzen Sklaven. Oft ist der Herr gezwungen, Sklaven dieser Art zu verkaufen, um Rücksicht auf die Gefühle seiner weißen Frau zu nehmen. Auch wenn es grausam erscheint, dass ein Mensch seine eigenen Kinder an Menschenhändler verkauft, geschieht es meist aus Mitleid. Denn andernfalls müsste er sie nicht nur selbst auspeitschen, sondern auch danebenstehen und zusehen, wie sein weißer Sohn seinen nur wenig dunkleren Bruder fesselt und ihm mit einer blutgetränkten Peitsche den nackten Rücken zerfetzt. Sollte er auch nur ein Wort des Unmuts äußern, würde man ihn der väterlichen Parteilichkeit beschuldigen, und das würde seine Lage und die des Sklaven, den er beschützen und bewahren wollte, nur noch verschlimmern.“

„Ich hatte zwei Herren. Der erste hieß Anthony. An seinen Vornamen erinnere ich mich nicht. Gewöhnlich nannte man ihn Captain Anthony, eine Bezeichnung, die er vermutlich erhielt, nachdem er auf einem Schiff in der Chesapeake Bay gefahren war. Er galt nicht als reicher Sklavenhalter. Er besaß zwei oder drei Farmen und etwa dreißig Sklaven, die einem Aufseher unterstanden. Der Aufseher hieß Plummer. Er war ein elender Trinker, grob und ständig fluchend, ein wahres Ungeheuer an Grausamkeit. Stets war er mit einem Knüppel und einer Peitsche aus Kuhhaut bewaffnet. Ich weiß, dass er Frauen die Köpfe so furchtbar aufschlitzte und verletzte, dass sogar der Herr selbst über seine Grausamkeit wütend wurde und ihm drohte, ihn auszupeitschen, wenn er sich nicht beherrschte. Der Herr war kein besonders barmherziger Sklavenhalter, und nur übermäßige Misshandlungen durch den Aufseher konnten ihn beeinflussen. Tatsächlich war er ein grausamer Mann, den die vielen Jahre als Sklavenhalter verhärtet hatten. Manchmal schien es ihm große Freude zu bereiten, Sklaven eigenhändig auszupeitschen.“

Das Lesen, die Bildung und die erste Rebellion

Als Douglass neun Jahre alt war, wurde er in Baltimore in den Dienst von Verwandten seines Herrn gegeben. Das war der erste bedeutende Wendepunkt seines Lebens, denn dort lernte er lesen. Dort erfuhr er auch zum ersten Mal Zuneigung und Wärme von einem Weißen. Dort erkannte er erstmals, dass alle Menschen gleich sind, und dort fasste er den Entschluss, sich aus der Sklaverei zu befreien.

Im Alter von 14 Jahren wurde er auf eine kleine Farm gebracht, die von Edward Covey geführt wurde. Covey war in der Gegend für seine Grausamkeit bekannt und galt als Experte darin, Sklaven „abzurichten“. Nach sechs Monaten der Misshandlungen durch Covey zahlte Douglass ihm diese mit gleicher Münze heim. Nach einem zweistündigen Kampf, bei dem Covey schwer verletzt wurde, begriff Covey, dass es besser war, Douglass nicht auszupeitschen. Noch wichtiger: Douglass begriff, dass man sich gegen Unterdrückung wehren kann. Dieser Sieg entfachte in ihm die Hoffnung auf Freiheit neu. In seinen Schriften behauptet Douglass, der Kampf habe ihn aus seinem Status als Sklave befreit - nicht körperlich, sondern seelisch.

Im Alter von 20 Jahren, 1838, floh Douglass nach New York. Trotz seiner Freiheit in der Großstadt drohte Douglass weiterhin die Gefahr, entführt und seinem Herrn zurückgegeben zu werden. In New York heiratete er und floh unter einer falschen Identität nach New Bedford in Massachusetts, um den Beruf auszuüben, den er in Baltimore erlernt hatte: Schiffsbauer. In New Bedford änderte Douglass seinen Namen, diesmal in den Namen, unter dem er bekannt wurde: Frederick Douglass. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte er von seiner eigenen Arbeit in Würde leben.

Der Weg zum Anführer des Kampfes

Am 11. August 1841 fand auf Nantucket, einer Insel vor der Küste von Massachusetts, eine Versammlung von Schwarzen und Weißen gegen die Sklaverei statt. Einer der Teilnehmer, William Coffin, ein bekannter Aktivist gegen die Sklaverei, bat Douglass, auf der Versammlung ein paar Worte zu sagen. Douglass' Rede versetzte die Zuhörer in Erstaunen und bewegte sie tief. Über Nacht wurde Douglass zum Wortführer des Kampfes gegen die Sklaverei. John Collins, ein Vertreter der Massachusetts Anti-Slavery Society, bat Douglass, sich auf eine Vortragsreise zu begeben und aus seinem Leben zu erzählen. Die meisten Zuhörer kamen aus Neugier zu diesen Veranstaltungen, um eine „Kuriositätenschau“ (freak show) zu sehen. Oft beruhigte der Vorsitzende das Publikum vor Douglass' Rede mit den Worten: „Es kann sprechen“ (it could speak). Das Publikum erlebte eine Überraschung: Statt des ungebildeten und unbeholfenen ehemaligen Sklaven, den es erwartet hatte, stand ein intelligenter Mann vor ihm, der seine fesselnden Geschichten in einer gehobenen und ausdrucksstarken Sprache erzählte.

Im weiteren Verlauf der Vortragsreise trat ein Problem auf. Die reichhaltige Sprache, die Douglass verwendete, weckte bei seinen Zuhörern den Verdacht, er sei ein Betrüger. Um die Vorwürfe, er täusche seine Herkunft vor, zu widerlegen, beschloss Douglass, seine Autobiografie zu schreiben. 1845 erschien sein Buch Narrative of the Life of Frederick Douglass, An American Slave (in hebräischer Übersetzung: „Frederick Douglass, ein amerikanischer Sklave: Seine Lebensgeschichte“).

Es ist das erste Buch, das von einem Sklaven ohne Bearbeitung oder Umschreiben durch andere verfasst wurde. Douglass' Buch wurde zusammen mit „Onkel Toms Hütte“ zu einem der einflussreichsten literarischen Werke, die Mitte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei vorantrieben.

Fotos dieser Geschichte: פרדריק דאגלס
סידר היל – ביתו של פרדריק דאגלס בוושינגטון, כיום אתר היסטורי לאומיצילום: Kmf164, CC BY-SA 2.5, ויקישיתוף

Das Buch wurde sofort zum Bestseller. In dieser Zeit erschienen neun englische Auflagen, und es wurde sowohl ins Französische als auch ins Niederländische übersetzt. Im Norden fand das Buch weite Verbreitung, und auch die europäischen Ausgaben verkauften sich gut. Auch die Rezensionen fielen äußerst positiv aus. Am 30. Mai 1845 veröffentlichte der Liberator eine Rezension des Buches, wie sie in der Lynn Pioneer erschien: Das darin [im Buch] gezeichnete Bild der Sklaverei ist so furchtbar, dass man kaum hinsehen kann, doch ist es nur ein blasses Abbild dessen, was Millionen Menschen in ihrem Leben deutlich erfahren. Zweifellos ist es in zurückhaltenden und feinen Farben gezeichnet, ohne Prunk und Übertreibung. Es ist eine bewegende und von glühendem Ausdruck erfüllte Schilderung, dabei jedoch schlicht und ohne Übertreibung. Es ist die Sprache der Wahrheit ... Es enthält Passagen, auf die jeder Schriftsteller stolz wäre, und das ganze Buch könnte als Kunstwerk sogar den Ruf von John Bunyan und Daniel Defoe noch mehren.

Doch Douglass' Bekanntheit als Schriftsteller setzte ihn der Gefahr aus, erneut versklavt zu werden, und bedrohte damit seine Freiheit. Die Bundesgesetze gaben Thomas Auld, seinem letzten Herrn, das Recht, ihn in Massachusetts aufzuspüren und sein „Eigentum“ einzufangen.

1845 beschloss Douglass, nach England zu segeln, wo er den Sklavenjägern entkommen würde. Etwa zwei Jahre lang reiste Douglass als Vortragsredner durch die Britischen Inseln und versuchte, Unterstützung für die Bewegung gegen die Sklaverei zu gewinnen. In Großbritannien wurde Douglass zwar herzlich aufgenommen, doch im Herbst 1846 wurde ihm klar, dass er in Amerika handeln musste, und er war bereit, nach Hause zurückzukehren. Die Sorge, in den Vereinigten Staaten gefasst zu werden, ließ ihn weiterhin nicht los. Das Problem wurde jedoch gelöst, als zwei seiner englischen Freunde, Ellen und Anna Richardson aus Newcastle, 710,96 Dollar sammelten, um seine Freiheit zu erkaufen. Am 5. Dezember 1846 unterzeichnete Hugh Auld, auf den Thomas Auld seinen Anspruch auf Douglass übertragen hatte, ein Dokument, das erklärte, dass der 28-jährige Douglass ein freier Mann sei.

Fotos dieser Geschichte: פרדריק דאגלס
מצבתו של פרדריק דאגלס בבית הקברות מאונט הופ ברוצ'סטר, ניו יורקצילום: DanielPenfield, CC BY-SA 4.0, ויקישיתוף