Der Designer, der den Staat bei seiner Geburt begleitete und dessen Werke jeder Israeli kennt, während er selbst anonym blieb, als seine Arbeiten berühmt wurden.
Die geheime Briefmarkenaktion
»Bei dieser Arbeit in dem engen Barackenzimmer lag eine heimliche Beklommenheit in der Luft. Die Schritte der Menschen, ihr Flüstern von Mund zu Mund, das gedämpfte Ticken der Maschinen und der besondere Ort, ein wenig außerhalb der Stadt, verstärkten diesen Eindruck der Geheimhaltung, den niemand zu brechen versuchte - weder durch festes Auftreten noch durch lautes Sprechen oder eine überflüssige Bewegung. Auch das schwache Licht, das kaum durch das einzige Fenster des Zimmers drang, dessen Scheiben seit Langem nicht geputzt worden waren, warf den Schatten einer Verschwörung ins Innere. Tatsächlich geschah hier etwas, etwas Wichtiges und Einzigartiges.« So beschrieb der Journalist P. Azai (Pinchas Lander) am 14. Mai 1948 in der Zeitung Haaretz die enorme Anspannung und die Größe der Aufgabe der Menschen, die an einem geheimen und wichtigen Vorhaben arbeiteten. Wenige Stunden später rief David Ben-Gurion die Gründung des Staates aus.
Bei dieser geheimen und wichtigen Arbeit handelte es sich um den Druck der ersten Briefmarkenserie des Staates Israel. Ausgerechnet Ota Wallisch, der für die Gestaltung der Briefmarken verantwortlich war, hatte die Zeitung an jenem Morgen nicht gelesen. Schon an diesem Morgen wartete die nächste Aufgabe auf ihn. In seinem Artikel versuchte Azai, seinen Lesern die Erregung zu vermitteln, die ihn ergriffen hatte: »Ein seltsames Gefühl überkam mich, als ich diese Briefmarke zugleich hörte und sah ... Ich spürte, wie mein Herz in meiner Brust schneller schlug und mein Blick sich vielleicht auf seltsame Weise entzündete, vielleicht aus Verlangen, vielleicht, weil ein uraltes Geheimnis sich offenbarte, denn ein Mann, der an einem Tisch saß, auf dem viele Bögen lagen, begann mich anzusehen.« Den Standort der geheimen Druckerei beschrieb er so: »An einem Ort nicht weit von Tel Aviv, der im Schatten seiner dichten Bäume schmucke Stadt- und Landhäuser vereint und ihnen etwas von der Ruhe des Dorfes und der Schönheit der Scharon-Landschaft verleiht.« Doch manche wussten, dass es sich um die deutsche Kolonie Sarona handelte. Die Druckerei war im Haus von Gotthilf Wagner, dem Leiter der Kolonie, untergebracht. Seine beiden Söhne waren im Land Israel aufgewachsen und im Zweiten Weltkrieg in die deutsche Armee eingetreten. Zwei Jahre vor dem Druck der Briefmarken war Wagner von Mitgliedern der Jüdischen Widerstandsbewegung in Tel Aviv ermordet worden. In seinem Haus fand man Hitler-Porträts an den Wänden, den Mitgliedsausweis der NSDAP, einen persönlichen Glückwunsch Hitlers zur Geburt seines Sohnes und ein großes Hakenkreuz an der Wand des Wohnzimmers.

Die Zeit drängte. Eine Stunde nach der Ausgabe der ersten Briefmarkenserie stellte David Remez, der wenige Stunden später zum Verkehrs- und Postminister des hebräischen Staates ernannt wurde, die Serie vor und verkündete die Gründung der »Hebräischen Post«.
Im Untergrund und unter strengster Geheimhaltung gestaltete Ota neun Briefmarken. Die ersten Entwürfe wurden Anfang April eingereicht und umfassten drei Briefmarken. Einen Monat später waren die Briefmarken in ihrer endgültigen Gestaltung fertig; auf ihnen stand »Hebräische Post«. Der Name »Israel« wurde nicht verwendet, denn bis zur Ausrufung des Staates um 14:30 Uhr wusste man noch nicht, wie der Staat heißen würde, der entstehen sollte. Zu den vorgeschlagenen Namen gehörten »Zion«, »Eber«, »Kanaan«, »Staat der Juden«, »Judäa« und weitere.
In den siebziger Jahren begann Ota Wallisch, seine Erinnerungen aufzuschreiben: »Unser Volk hatte in der Zeit seiner früheren Unabhängigkeit keine staatlichen Bildsymbole. Die Unabhängigkeit kam durch die Münzen zum Ausdruck, die damals geprägt wurden. Deshalb wählte ich Symbole aus, die vor etwa zweitausend Jahren auf jüdischen Münzen erschienen waren. Ich bin überzeugt, dass wir uns am Tag der Ausgabe der Briefmarken im Kriegszustand mit den benachbarten arabischen Ländern befinden werden. Aus diesem Grund wählte ich für unsere Briefmarken Münzen aus der Zeit des Jüdischen Krieges und des Bar-Kochba-Aufstands.« Zum ersten Mal war damit eine Münze auf einer Briefmarke abgebildet. Insgesamt gestaltete Ota Wallisch etwa 100 Briefmarken für den Philateliedienst.
Die Vorbereitungen für den Tag der Ausrufung
Zwei Tage vor der Ausrufung ließ David Ben-Gurion über den Namen des Staates abstimmen; der ausgewählte Name wurde geheim gehalten. Am Tag der Ausrufung, nach dem Hammerschlag und dem Singen von »Hatikwa«, hielt David Ben-Gurion seine historische Rede: »Ich werde Ihnen die Gründungsurkunde des Staates Israel vorlesen, die vom Volksrat in erster Lesung verabschiedet wurde«, und verkündete: »Deshalb sind wir, die Mitglieder des Volksrats, Vertreter der hebräischen Gemeinschaft und der zionistischen Bewegung, am Tag des Endes des britischen Mandats über das Land Israel zusammengekommen. Kraft unseres natürlichen und historischen Rechts und auf Grundlage des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen erklären wir hiermit die Gründung eines jüdischen Staates im Land Israel, des Staates Israel.« Als der Name des Staates, »Israel«, enthüllt wurde, brach stürmischer Applaus aus. Ein Jahr später wurde dieselbe erste Briefmarkenserie ausgegeben, diesmal jedoch mit dem Wort »Israel« anstelle von »Hebräische Post«.
Am 13. Mai um sieben Uhr morgens, nachdem die Arbeit an den Briefmarken abgeschlossen war, kehrte Ota Wallisch nach Hause zurück, um sich auszuruhen. Um 11:00 Uhr kam er in sein Büro zurück und fand auf seinem Schreibtisch eine Notiz: »Komm sofort zu Scherf in der Agentur« (Scherf war der vorläufige Sekretär der »Volksverwaltung«). Wie Ota Nathan Dunewitz (Haaretz) erzählte, dauerte das Treffen nur wenige Minuten: »Er sagte mir, dass am nächsten Tag im Tel Aviver Museum eine Zeremonie zur Ausrufung des Staates stattfinden würde und ich alle dafür nötigen technischen Vorbereitungen treffen müsse.« Das hieß, den Saal zu gestalten, in dem der Staat ausgerufen werden sollte. Er fügte hinzu: »Er warnte mich, dass es sich um ein großes Geheimnis handle, und verbot mir, anderen davon zu erzählen.« Zunächst entwarf Ota Wallisch die Dekoration für das historische Ereignis: eine repräsentative Bühne mit einem Porträt von Benjamin Zeev Herzl darüber und zwei Flaggen, die an gefalteten Vorhängen hingen, wie beim 21. Zionistenkongress in Genf. Die Gestaltung knüpfte präzise an die zionistische Vergangenheit an. Danach machte er sich an die Arbeit, unterstützt vom Tischler Israel Diamant und dem Dekorationsmaler Shlomo Shayovitz. Bei den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Staates wurden die drei gebeten, dieselbe Gestaltung im selben Saal nachzubilden. »Ich stieß auf gewisse Schwierigkeiten«, erzählte Ota Wallisch, der inzwischen Vorsitzender des israelischen Werbeverbands geworden war. »An den Wänden hingen zum Beispiel einige Bilder, die für die Zeremonie zur Ausrufung des Staates nicht passten, etwa Porträts nackter Frauen. Am Eingang des Museums stand ein weiblicher Torso, und ich beschloss sofort, ihn mit einem Stück Stoff zu verhüllen.« Zur Wahl des grauen Stoffes sagte er: »Ich wählte Grau, weil ich nicht wollte, dass bei einer so ernsten Zeremonie grelle Farben hervorstechen. Grau passte auch zum Hellblau und Weiß der israelischen Flagge.« Es blieb keine Zeit, ein ausreichend großes Bild Herzls zu finden, also klebte Wallisch es auf einen größeren Hintergrund: »Mit dem Rahmen wurde das Bild so groß, wie wir es haben wollten.« Aus Sorge, Tel Aviv könnte unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung aus der Luft angegriffen werden, verdunkelte Wallisch alle Fenster. Um 11 Uhr war der Saal bereit, die Gäste zu empfangen.
Noch erschöpft von der langen Nacht beim Druck der Briefmarkenserie und dem arbeitsreichen Morgen bei der Vorbereitung des Saals für die Unabhängigkeitserklärung wurde er erneut dringend zu Scherf gerufen, während er Einkäufe erledigte, Gegenstände auslieh und allerlei Schwierigkeiten bewältigte. Diesmal wartete eine weitere wichtige Aufgabe auf ihn: die Gestaltung und Ausarbeitung der Unabhängigkeitserklärung. Ota eilte zum »Haus der Ingenieure«, um verschiedene Pergamentarten zu prüfen. Der Entwurf war bereits fertig, doch der Text war noch nicht abgeschlossen. Erst wenige Minuten vor dem Druck wurde die endgültige Fassung der Erklärung festgelegt. Sie wurde mit einer Schreibmaschine getippt, und es blieb keine Zeit, sie auf das Pergament zu übertragen. Deshalb befestigte man das Papier auf dem Pergament, und die Mitglieder des Volksrats unterschrieben direkt auf dem Pergament, das Moshe Shertok hielt. Nach der 32 Minuten langen Zeremonie, die nur eine Rede umfasste, nahm Shlomo Kedar das Pergament mit den Unterschriften und dem darauf befestigten Text und hinterlegte es bei der Bank Afek in der Herzl-Straße. Einige Monate später empfahl das Rabbinat einen Sofer, einen Schreiber heiliger Texte, der den Text auf das Pergament übertragen sollte. Der Versuch gelang nicht, und die Arbeit wurde Ota Wallisch übertragen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Rudi Sidner wählte er eine schöne, gut lesbare, geneigte sephardische Schrift. Die Absätze wurden jeweils mit einem großen Buchstaben hervorgehoben. Die Arbeit dauerte mehrere Wochen. Am Ende wurden die drei Pergamentteile zusammengenäht. Die Erklärung wurde in eine Schachtel gelegt, und Ende Juli desselben Jahres kamen das Staatssiegel und die Schnur hinzu. Das Dokument wurde zur dauerhaften Aufbewahrung im Staatsarchiv hinterlegt, wo es bis heute unter kontrollierten Bedingungen verwahrt wird.
Das Bild, auf dem David Ben-Gurion die Unabhängigkeitserklärung verliest, ist in das Pantheon der israelischen Fotografie eingegangen und vielen Israelis ins Gedächtnis eingebrannt. Auf dem Bild steht Ben-Gurion in der Mitte auf der Bühne, über ihm ein Porträt Herzls und zu beiden Seiten israelische Flaggen, die der Länge nach aufgehängt sind. Vielen ist nicht bekannt, dass die bei der Zeremonie gezeigten Flaggen eigentlich »ungesetzlich« waren. Das einige Monate später verabschiedete Flaggengesetz legte fest, dass die Grundseiten der Dreiecke des Davidsterns »parallel zu den beiden blauen Streifen entlang der Flagge« verlaufen müssen, sodass die Spitzen zu den Streifen weisen. Bei der historischen Zeremonie war das nicht der Fall.
Ota Wallisch legte mehrere Entwürfe für die israelische Flagge vor. Ein Vorschlag war eine Flagge, deren obere Hälfte weiß und deren untere Hälfte blau war. Auf der Trennlinie zwischen den Farben sollten sieben gelbe Davidsterne angeordnet sein, als Erinnerung an Herzls Vorschlag. Ein anderer Entwurf sah genauso aus wie die heutige Flagge, mit einem Unterschied: Der Davidstern war gelb und dem gelben Judenstern nachempfunden, zum Gedenken an die Opfer der Schoah. Zunächst entschied sich das Komitee für diesen Entwurf, doch schließlich wurde die heutige Flagge angenommen - »die Flagge der Zionistischen Organisation« -, die David Wolffsohn 1897 dem Ersten Zionistenkongress vorgeschlagen hatte, vor allem wegen ihrer großen Beliebtheit in der jüdischen Bevölkerung.
Der Weg nach Tel Aviv
Ota Wallisch wurde 1906 in eine jüdische Familie hineingeboren, die in der Stadt Znaim an der Grenze zwischen Österreich und Mähren lebte, im heutigen Tschechien. Schon früh fiel sein Talent auf, und er wurde in einen Zeichenkurs geschickt. Als er etwas älter war, begann er in Prag als Grafiker zu arbeiten und erwarb sich dort den Ruf eines hervorragenden Fachmanns. Nach seinem Militärdienst nahm er an der Universität Wien ein Kunststudium auf. Ota war Zionist, doch Zionisten beschäftigten sich damals mit Landwirtschaft. Deshalb gab er das Kunststudium auf und begann, Landwirtschaft zu studieren. Zu Beginn seiner Laufbahn veröffentlichte er Broschüren und Drucksachen für die Jugendbewegung »Blau-Weiß« in Tschechien. Mit 23 Jahren wurde er vom Jüdischen Nationalfonds beauftragt, in Berlin und Prag grafische Arbeiten für Propaganda und Organisation auszuführen.
Ota hatte das Gefühl, endlich an den zionistischen Bemühungen mitzuwirken, obwohl er kein Landwirt war. Er heiratete seine geliebte Heli und wanderte 1934, kurz vor Hitlers Machtübernahme, allein im Rahmen der fünften Alija ins Land ein. Ein Jahr später kam seine Frau nach, und sie zogen nach Herzlia. Dort bekamen sie einen Sohn und eine Tochter, die später in verschiedenen Werbeanzeigen und Plakaten zu sehen waren. Der blonde Säugling in einer Tnuva-Werbung für Maisstärke aus dem Jahr 1945 war ihr Sohn Ari.
Ota Wallisch stellte fest, dass im Land große Nachfrage nach Erfahrung und Talent in Werbung und Grafikdesign bestand. 1934 eröffnete er eine Werbeagentur in Tel Aviv. Zwei Jahre später gründete er in der Nachalat-Binyamin-Straße ein Grafikstudio. »Vater arbeitete ständig«, erzählte sein Sohn Ari. »Er ging zu den Leuten und zeigte ihnen Entwürfe, kam nach Hause und arbeitete, und am nächsten Morgen zeigte er ihnen die Entwürfe, die er am Vorabend angefertigt hatte.« Er erzählte auch, dass die produktive Arbeit an der Gestaltung der zionistischen Vision das Leben zu Hause beeinflusste: »Damals war es ungewöhnlich, dass Leute ihre Arbeit mit nach Hause brachten; es war nicht üblich, nach Feierabend weiterzuarbeiten ... Aber Vater diente der zionistischen Ideologie. Er hatte das Gefühl, wenn er es nicht täte, würde es niemand tun, und jeder müsse etwas zur Gründung des Staates beitragen. Gestaltung war sein Beitrag, deshalb investierte er so viel er konnte - auch über die Arbeitszeit hinaus. Er empfand es als eine Berufung.«
Banknoten und Papiergeld
Ein Jahr vor der Staatsgründung war bereits das Ausmaß der Katastrophe deutlich, die die Schoah dem jüdischen Volk zugefügt hatte. Damals starteten der Keren Hayesod und der Jüdische Nationalfonds eine große Spendenkampagne. Die Leiter der Fonds beschlossen dafür, eine aufwendig gestaltete Broschüre herauszugeben, die mit ihrer Unterstützung erzielte Erfolge der jüdischen Gemeinschaft in den Jahrzehnten vor der Staatsgründung zeigen sollte. Für diese wichtige Aufgabe wurde das Studio »Wallisch - Mechner« ausgewählt. Die von Ota Wallisch gestaltete Broschüre erfüllte ihren Zweck, und für den entstehenden Staat kam eine beträchtliche Summe zusammen.
Fragen der Einwanderung, der Sicherheit und der Wirtschaft beschäftigten die Führung des künftigen Staates sehr. Es war klar, dass der Staat, der entstehen sollte, Banknoten und Münzen brauchen würde. Ihre Bedeutung lag nicht nur im Handel, sie gehörten auch zu den wichtigsten Symbolen staatlicher Souveränität. In dem noch nicht gegründeten Staat gab es keine Fachleute mit Erfahrung in der Herstellung und dem Druck von Banknoten. Deshalb übertrug die Führung der Gemeinschaft die Aufgabe der Anglo-Palästina-Bank, die seit 1901 im Land tätig war. Diese Bank war nach der Vision von Benjamin Zeev Herzl der finanzielle Arm der zionistischen Bewegung. Die knappe Zeit zwang die Führung der Gemeinschaft, im Notfallmodus zu handeln, und die Herstellung der Banknoten wurde wie eine geheime Militäroperation durchgeführt. Der Platz reicht nicht aus, um den gesamten Ablauf dieser Aufgabe zu schildern. Daher sei nur gesagt, dass diese Banknoten nur auf einer Seite bedruckt wurden. Keine von ihnen kam in Umlauf, und alle wurden vernichtet, bis auf einige wenige Scheine, die sich heute in Museen und bei einzelnen Sammlern befinden und einen hohen Wert haben.
Parallel zu diesen Banknoten wurden zwei weitere Scheine ausgegeben, sogenannte »Papiermünzen«, die Münzen ersetzen sollten. Damals war der Wert des Metalls so hoch, dass die Herstellung einer Münze im Wert von 50 Mil mehr als 50 Mil kostete. Darüber hinaus wurde das Metall für die Herstellung von Waffen und Munition gebraucht. Deshalb beschloss der erste Finanzminister, Eliezer Kaplan, »Papiermünzen« zu drucken, die der Bevölkerung als Ersatz für Münzen dienen sollten. Ota Wallisch gestaltete sie; gedruckt wurden sie bei Levin-Epstein in Tel Aviv und im Oktober 1948 ausgegeben. Das Design der Scheine erinnerte an einen Teppich, weshalb sie auch »Teppiche« genannt wurden. Die Teppiche gab es in zwei Wertstufen: 50 Mil und 100 Mil. Sie zeigten eine Darstellung des Mosaikfußbodens der antiken Synagoge von Beit Alfa. Diese Papiermünzen waren bis 1952 in Gebrauch und dienten als offizielles Zahlungsmittel. 1980 wurden sie abgeschafft, und der Schekel wurde zur offiziellen Währung.
Israels grafisches Siegel
Neben Briefmarken, der Unabhängigkeitserklärung und Banknoten gestaltete Ota Wallisch auch das Erscheinungsbild großer Unternehmen und Organisationen wie des Jüdischen Nationalfonds, des Keren Hayesod, der Zionistenkongresse, von Tnuva, Osem und Zim. Er entwarf die Neujahrskarten, die viele einfach »gute Jahre« nannten, das Emblem der Polizei und die erste staatliche Medaille Israels, die Medaille zum zehnjährigen Jubiläum der Freiheit Israels. Er gestaltete Plakate und Zeitungsanzeigen und organisierte offizielle und staatliche Ausstellungen. Er war alles in einer Person: Unternehmer, Denker, Maler, Produzent, ausführender Gestalter und Druckvorbereiter - und das alles vor dem Computerzeitalter, in reiner Handarbeit.
Ota Wallisch hinterließ der israelischen Geschichte seinen grafischen Fingerabdruck. Mit großem Talent, Schaffensfreude, Fleiß und Liebe durfte er an den bedeutendsten Momenten des Staates mitwirken.
Bei der Ausstellung »Gesichter eines Volkes und eines Landes«, die im Mai 2015 im Tel Aviv Museum gezeigt wurde, waren ausgewählte Plakate aus der Sammlung des Museums sowie Stücke aus der Sammlung seines Sohnes Ari Wallisch zu sehen. Die Kuratorin Emmanuel Klo fasste sein Werk treffend zusammen: »Wallischs Beitrag zur Ausformung der visuellen Kultur, die in Israel entstand, gehört zu den faszinierendsten Geschichten jener Zeit. Bislang wurde sie kaum bekannt gemacht, und man kann nur hoffen, dass sie den ihr gebührenden Platz im kulturellen Pantheon Israels erhält.«
Sein Buch mit Erinnerungen konnte er nicht mehr fertigstellen. 1977, am Tag nach dem 29. Unabhängigkeitstag des Staates Israel, starb Ota Wallisch im Alter von 71 Jahren. Im Februar 2023 wurde in Herzlia der »Ota-Wallisch-Weg« eingeweiht. Dabei wurde auch an seine Arbeit als Gestalter des Stadtwappens von Herzlia und der ersten Briefmarken des Staates Israel erinnert.





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